Denkmalgeschützte Villa

Erbauer der Fabrikantenvilla war der Unternehmer Jakob Uhlmann (1873–1933). Er war seit 1899 Inhaber der Korsettfabrik „Bundschuh und Uhlmann“. Uhlmann ließ die Villa 1910 in unmittelbarer Nähe zum Fabrikgebäude errichten und 1916/17 erweitern.
Auszug aus Denkmalliste, Landesamt für Denkmalpflege: „…um 1913 wurde die angrenzende Fabrikantenvilla errichtet mit dem dazugehörigen Park. Der Villenbau auf unregelmäßigem Grundriss mit bewegter Dachfläche und den unterschiedlichen Fensterformaten zeigt Elemente von Landhäusern aber auch der Reformarchitektur. Es handelt sich bei dem Fabrikgebäude, dem Pförtnerhaus, der Villa und dem Garten um ein
Kulturdenkmal nach dem baden-württembergischen Denkmalschutzgesetz aus heimatgeschichtlichen, wissenschaftlichen (wirtschaftsgeschichtlichen) und künstlerischen Gründen. An ihrer Erhaltung besteht wegen ihres exemplarischen und dokumentarischen Werts ein öffentliches Interesse.“


Außenfassade und historische Fenster

Bei der Maßnahme wurden alle Fassadenelemente aus Natur- und Kunststein überprüft, gereinigt und kleinere Schäden sowie Risse ausgebessert. Anschließend wurden die vorhandenen Anstriche wo nötig erneuert. Die Putzfassade wurde nach genauer Untersuchung saniert. Putzrisse und -abplatzungen wurden, möglichst artgleich, ausgebessert. An der West- und Nordseite wurde der Oberputz flächig neu aufgetragen, anschließend wurde die komplette Putzfassade neu gestrichen.

Die historischen Holzfenster wurden je nach Zustand überarbeitet und saniert. Das Bleiglasfenster im Wohnzimmer wurde durch außen montierte Aufsatzflügeln mit Vakuumverglasung sowie neuen Dichtungen zwischen Rahmen und Flügeln auch energetisch saniert. Neue Fensterläden wurden entsprechend dem historischen Vorbild eingebaut, da die bestehenden massiv geschädigt waren.
Die Farbgestaltung des Gebäudes wurde beibehalten und die Farbtöne dem aktuellen Farbkonzept entsprechend gewählt.

Energetische Optimierung

Die alte Ölzentralheizung aus dem Jahr 1998 wurde durch eine neue Scheitholz-Pellets-Kombianlage mit Pufferspeichern ersetzt. Zudem

wurde ein hydraulischer Abgleich aller Heizkörper im Haus durchgeführt, wobei alle Ventile nachgerüstet wurden.

Dach

Die Ortgangbretter und Traufbretter waren bauzeitlich reichornamentiert gefasst, mit Schablonenmalerei, Blumenmotiven und Ranken. Die Konstruktion besteht aus durchgehenden Fichtebrettern mit aufgesetzten Rahmenleisten, so dass hier eine Rahmen- und Füllungsbauweise entsteht. Entsprechend dem restauratorischen Konzept wurde der Dachrand restauriert: Der schadhafte, weiße, dispersionsgebundene Anstrich wurde entfernt und die noch vorhandenen historischen Malereirestewurden durch Aufbringen einer Zwischenschicht mit Plexisol und Steinkreide reversibel geschützt. Einige Beschädigungen (Verrottungen und Spechtlöcher) am Holzwurden ausgebessert. Danach wurde ein neuer weißer Deckanstrich aufgebracht. Am Hauptdach wurden partiell Schieferplatten neu befestigt und ersetzt. Die Dachrinnen, Fallleitungen und Simsbleche warengrößtenteils in Ordnung, kleinere Fehlstellen wurden repariert.

Balkon

Die bestehende Balkonabdichtung wurde abgenommen, die Entwässerung und der Flachdachaufbau wurden erneuert. Die komplette Absturzsicherung war massiv geschädigt und wurde saniert. An den Pfosten und Zierbalustraden wurden sämtliche lose Teile entfernt, alle Fehlstellen ausgebessert und anschließend wurde ein neuer Anstrich aufgebracht.

Terrasse

Der Terrassenbelag aus Travertin wurde durch einen neuen Belag in gleichem Material ersetzt.

Schiebetüre innen

Die Schiebetür zwischen Wintergarten und Wohnraum wurde überarbeitet, funktionsfähig gemacht und der Wärmeschutz durch Dichtungen verbessert.